Bau eines Solarparks: Anleitung, Kosten und Förderung

Solarpark auf Ackerland mit Anleitung zum Bau einer Photovoltaik-Freiflächenanlage
Das Wichtigste in Kürze
  • Investitionskosten: ca. 1.000.000 € pro Hektar (trägt der Betreiber)
  • Jahresertrag: ca. 60.000 €/ha bei 6 Ct/kWh EEG-Vergütung
  • Flächen ab 5 Hektar sind für Investoren besonders interessant
  • Genehmigungsprozess: 12 – 24 Monate von Planung bis Baubeginn

Eine der wichtigsten und nachhaltigsten Energiequellen ist heutzutage die Solarenergie. Die Bundesregierung hat bis zum Jahr 2030 einen ambitionierten Plan zum Ausbau erneuerbarer Energien entwickelt.

In diesem Artikel beschreiben wir, welche Schritte für den Bau eines Solarparks notwendig sind. Wir geben einen Überblick über die Fördermöglichkeiten und die Anforderungen an die Fläche sowie eine Aufschlüsselung der aktuellen Kosten.

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Warum lohnt sich der Bau eines Solarparks?

Ein Solarpark in Deutschland vereint Umweltfreundlichkeit mit wirtschaftlicher Rentabilität. Die Nutzung der Sonnenenergie bietet nicht nur eine attraktive Rendite, sondern kann auch durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) staatlich gefördert werden.

Die Kosten für den Bau und Betrieb eines Solarparks variieren je nach Größe und Standort. In den letzten Jahren sind die Preise für Solarmodule deutlich gesunken, was die Investitionskosten gesenkt hat.

Vorteile eines Solarparks

  • Finanzielle Förderung durch Erneuerbare Energien Gesetz (kurz EEG)
  • Für Eigentümer von Freiflächen hohe Pachtzahlungen
  • Langfristige Einnahmen über mindestens 30 Jahre
  • Gesicherte Einnahmen über die EEG Förderung

Voraussetzungen für den Bau eines Solarparks

Ist ein Solarpark förderfähig?

Prinzipiell ist es möglich, seinen Solarpark nach dem EEG fördern zu lassen. Es gibt Arten von Gebieten, für die eine EEG-Förderung in Frage kommt:

  • Flächen entlang eines 500 Meter Streifens von Autobahnen oder Bahnstrecken
  • Konversionsflächen (bereits verdichtete Flächen wie Deponien, Industriegebiete, Militäranlagen)
  • Benachteiligte Flächen (Flächen mit sehr niedrigen Bodenpunkten unter 35)
  • Agri-PV Anlagen, die weiterhin landwirtschaftlich betrieben werden

Flächen entlang Autobahnen oder Bahnstrecken

Die Bundesregierung hat im Januar 2023 das EEG geändert. Flächen innerhalb eines Abstands von 200 Metern zur Autobahn wurden als privilegierte Flächen für den Bau von Photovoltaikanlagen erklärt. Dies bedeutet, dass kein aufwändiges Bebauungsplanverfahren mehr erforderlich ist, sondern nur noch ein Bauantrag gestellt werden muss.

Konversionsflächen

Konversionsflächen sind Flächen, die ursprünglich wirtschaftlich oder militärisch genutzt wurden. In den meisten Fällen sind hier Schadstoffe, Kampfmittel oder andere Probleme zu finden, die die Flächen unbrauchbar machen. Bei förderfähigen Flächen handelt es sich in der Regel um Flächen, die für jede andere nützliche Nutzung unbrauchbar sind.

Benachteiligte Flächen

Sollte die Bodenqualität (Bodenpunkte, Ackerzahl, Bodenzahl) nicht ausreichend hoch sein, um ökonomisch Landwirtschaft betreiben zu können, so können diese Flächen ebenfalls in die Nutzung für Photovoltaik übergehen.

Agri-PV Anlagen

Agri-PV Anlagen sind Photovoltaik Anlagen, die parallel zur Landwirtschaft auf einer Freifläche betrieben werden können. Agri-PV-Anlagen sind über das EEG grundsätzlich auf allen Ackerflächen, Flächen mit Dauerkulturen und Grünlandflächen förderfähig (ausgenommen Moorböden und Naturschutzgebiete).

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Anforderungen an Flächen für den Bau eines Solarparks

Keine Schutzgebiete

Wichtig ist, dass die Fläche frei von Schutzgebieten jeglicher Art ist, darunter Naturschutzgebiete, Wasserschutzgebiete und Artenschutzgebiete nach Natura 2000.

Große Flächengröße

Generell sind größere Anlagen ab 5 Hektar interessanter für Investoren als kleinere Anlagen. Gerade der Netzanschluss spielt hier eine große Rolle. Sollte die Fläche direkt neben einem Umspannwerk oder anderen Solarparks liegen, können auch kleinere Flächen interessant sein.

Gut zu wissen

Für Investoren sind Flächen ab 5 Hektar besonders interessant. Kleinere Flächen können aber ebenfalls attraktiv sein, wenn sie direkt neben einem Umspannwerk oder einem bestehenden Solarpark liegen.

Benachteiligte Gebiete

Solarparks (FFPV) werden vorzugsweise auf benachteiligten Gebieten errichtet -- bereits verdichtete Gebiete oder Flächen mit geringer Bodenqualität.

Akzeptanz in der Gemeinde

Da Gemeinden beim Bau von Solarparks ein erhebliches Mitspracherecht haben, ist eine generelle Offenheit und Akzeptanz in der Gemeinde wünschenswert. Freiflächen-Photovoltaikanlagen sind genehmigungspflichtig und unterliegen dem Bauplanungsrecht. Jede Gemeinde kann selbst entscheiden, ob eine Freiflächen-Photovoltaikanlage zulässig ist.

Kosten eines Solarparks pro Hektar (ha)

Die Kosten können grob in zwei Kategorien unterteilt werden: die Investitionskosten und die Betriebskosten.

Die Investitionskosten umfassen alle Kosten für die Errichtung: Photovoltaik-Module, Wechselrichter, Gleichstrom- und Mittelspannungskabel, Fundamente und Inbetriebnahme.

Die Betriebskosten umfassen: Wartung und Reparaturen, Stromabrechnung und Personalkosten.

Ein Solarpark kostet durchschnittlich 1.000 Euro pro kWp. Für den Betrieb der Anlage fallen jährlich etwa 1% der Investitionskosten an.

Wenn ein Hektar durchschnittlich 0,9 MWp Strom erzeugt, würde der Bau einer Photovoltaikanlage auf einem Hektar etwa 900.000 Euro kosten. Jährlich würden dann etwa 9.000 Euro an Betriebskosten anfallen.

Die Kosten pro Hektar (ha) Solarpark betragen insgesamt etwa 1.000.000 Euro um eine Photovoltaikanlage zu bebauen und betreiben.

Wirtschaftlichkeit eines Solarparks

Ein jährlicher Stromertrag von 1.000.000 kWh pro Hektar ist der Normalfall. Bis zu einer Leistung von 10 MW wird für Solaranlagen eine Einspeisevergütung nach dem EEG gewährt.

Je nach Ausbau liegt die Einspeisevergütung bei 6 Cent pro kWh. Hinzu kommt, dass die Preise für Module weiter sinken, während die Strompreise weiter steigen.

Ein Hektar Solarpark hat einen jährlichen Ertrag von ca. 1.000.000 kWh (1.000 MWh) pro Hektar (ha) und erwirtschaftet ca. 60.000 Euro.

Solarpark und Steuern -- Was ist zu beachten?

Einkommensteuer: Die Einkünfte aus dem Betrieb eines Solarparks unterliegen der Einkommensteuer.

Umsatzsteuer: Wenn Sie den erzeugten Strom verkaufen, müssen Sie auf den Verkaufspreis Umsatzsteuer berechnen und abführen.

Abschreibung: Sie können die Kosten für die Anlage als Wirtschaftsgüter abschreiben.

Investitionszulage: Sie können eventuell eine Investitionszulage beantragen.

Gründung einer GmbH: Sie sind nicht zwingend dazu verpflichtet eine eigene GmbH zu gründen. Eine GmbH kann jedoch Vorteile bieten, z.B. eine bessere Haftungsbeschränkung.

Es empfiehlt sich, sich vorab mit einem Steuerberater zu beraten. Lesen Sie auch unseren Artikel zum Thema Steuern bei Photovoltaik auf landwirtschaftlichen Flächen.

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