Der Pachtpreis spielt für Eigentümer von Ackerland oder landwirtschaftlich genutzten Flächen eine zentrale Rolle bei der Verpachtung Ihrer Flächen. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über die aktuellen, ortsüblichen Pachtpreise, wie sie berechnet werden und welche Faktoren die Preise beeinflussen.
Die Pachtpreise für Ackerland in Deutschland variieren stark je nach Region. Der durchschnittliche jährliche Pachtpreis für landwirtschaftlich genutzte Flächen im Jahr 2023 lag bundesweit bei 357 Euro Pacht pro Hektar.
Ortsübliche Pachtpreise für Ackerland in 2026
Laut einer Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) betrug der durchschnittliche jährliche Pachtpreis bundesweit 357 Euro Pacht pro Hektar. Dies stellt einen Anstieg von 9 % gegenüber 2020 dar, als der Durchschnittspreis noch bei 329 Euro lag. Dabei zeigen sich deutliche regionale Unterschiede:
| Bundesland | Pachtpreis in Euro pro Hektar | Pachtpreis berechnen |
|---|---|---|
| Thüringen | 195 Euro / Hektar | Jetzt Pacht berechnen » |
| Schleswig Holstein | 479 Euro / Hektar | Jetzt Pacht berechnen » |
| Sachsen-Anhalt | 323 Euro / Hektar | Jetzt Pacht berechnen » |
| Sachsen | 214 Euro / Hektar | Jetzt Pacht berechnen » |
| Saarland | 99 Euro / Hektar | Jetzt Pacht berechnen » |
| Rheinland-Pfalz | 290 Euro / Hektar | Jetzt Pacht berechnen » |
| Nordrhein-Westfalen | 560 Euro / Hektar | Jetzt Pacht berechnen » |
| Niedersachsen | 548 Euro / Hektar | Jetzt Pacht berechnen » |
| Mecklenburg-Vorpommern | 305 Euro / Hektar | Jetzt Pacht berechnen » |
| Hessen | 207 Euro / Hektar | Jetzt Pacht berechnen » |
| Brandenburg | 185 Euro / Hektar | Jetzt Pacht berechnen » |
| Bayern | 415 Euro / Hektar | Jetzt Pacht berechnen » |
| Baden-Württemberg | 274 Euro / Hektar | Jetzt Pacht berechnen » |
| Deutschland | 357 Euro / Hektar | Jetzt Pacht berechnen » |
Quelle Pachtpreisspiegel: Destatis Pachtentgelt 2026
Höchste Pachtpreise:
- Nordrhein-Westfalen: 560 Euro pro Hektar
- Niedersachsen: 548 Euro pro Hektar
- Schleswig-Holstein: 479 Euro pro Hektar
- Bayern: 415 Euro pro Hektar
Die höchsten Pachtpreise finden sich in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, wo die landwirtschaftlich genutzten Flächen besonders produktiv und begehrt sind. Im Saarland hingegen sind die Preise aufgrund geringerer Nachfrage deutlich niedriger.
Faktoren, die den Pachtpreis beeinflussen
- Bodenqualität und Ertragsfähigkeit: Hochwertige Böden mit hoher Ertragsfähigkeit erzielen höhere Pachtpreise.
- Lage und Infrastruktur: Nähe zu Märkten und gute Verkehrsanbindung erhöhen den Wert der Pachtflächen.
- Nutzungskonkurrenz: Flächen, die auch für Solarprojekte oder andere nicht-landwirtschaftliche Zwecke attraktiv sind, können höhere Pachtpreise erzielen.
- Wirtschaftliche Rahmenbedingungen: Inflation und allgemeine wirtschaftliche Trends beeinflussen die Pachtpreise ebenfalls.
Berechnung der Pachtpreise
Pachtpreise werden in der Regel auf Basis des Hektarpreises berechnet. Dabei fließen Faktoren wie die Bodenqualität, die durchschnittlichen Erträge und die regionalen Marktbedingungen ein. Ein praktisches Tool zur Berechnung der Pachtpreise ist der online verfügbare Pachtrechner, der individuelle Parameter berücksichtigt und eine zuverlässige Schätzung liefert.
Hohe Pachtpreise für die Verpachtung für erneuerbare Energien
Die Verpachtung von Flächen für erneuerbare Energien ist ein lukratives Geschäft für Landbesitzer geworden.
Solarparks
Solarparks bieten eine attraktive Einkommensquelle. Die Pachtpreise für solche Flächen liegen häufig zwischen 3.500 und 5.000 Euro pro Hektar und Jahr. Diese hohen Preise sind auf die wachsende Nachfrage nach umweltfreundlicher Energie und die attraktive Vergütung nach dem EEG zurückzuführen.
Windkraftanlagen
Windkraftanlagen tragen ebenfalls zu hohen Pachteinnahmen bei. Die Pachtpreise variieren je nach Standort und Windverhältnissen, liegen aber oft zwischen 20.000 und 30.000 Euro pro Jahr und Anlage.
Batteriespeicher sind ein weiterer aufstrebender Bereich. Diese Anlagen speichern überschüssige Energie und sorgen für eine stabile Energieversorgung.
Gut zu wissen
Während die durchschnittliche landwirtschaftliche Pacht bei 357 Euro pro Hektar liegt, erzielen Solarparks 3.500 bis 5.000 Euro pro Hektar und Jahr. Windkraftanlagen erreichen sogar 20.000 bis 30.000 Euro pro Jahr und Anlage.
Wie errechnet sich der Pachtpreis für Ackerland?
Wer sein Ackerland verpachtet, erhebt dafür eine Pacht (Vergütung). Dabei handelt es sich um eine zeitlich begrenzte Miete für das gepachtete Stück Ackerland, das der Pächter mit dem Ziel bewirtschaftet, einen Gewinn daraus zu erzielen.
Im Einklang mit den Bodenpreisen in Deutschland sind auch die Pachtpreise in den letzten Jahren angestiegen: Im Jahr 2016 erzielten deutsche Ackerflächen Pachtpreise von durchschnittlich 288 Euro pro Hektar. Fast zwei Drittel Pachtflächen stehen einem Drittel Eigentumsflächen gegenüber.
Der Pachtpreis errechnet sich im Wesentlichen durch die Bodenqualität (Bodenpunkte) und die Lage der Fläche. Jeder potentielle Pächter hat individuelle Anforderungen, die von der Nutzung der Fläche abhängen.
Solarinvestoren beispielsweise suchen Flächen, die EEG förderfähig sind. Dafür muss die Fläche entweder als Konversionsfläche ausgewiesen sein, sehr niedrige Bodenpunkte aufweisen (unter 35) oder in der Nähe einer Autobahn oder Bahnstrecke gelegen sein.
Warum steigt der Pachtpreis für Ackerland?
Die Pachtpreise für Ackerland steigen kontinuierlich durch eine Vielzahl von Faktoren. Angebot und Nachfrage sind zentrale Treiber. Dazu kommen alternative Nutzungsformen wie Solarparks, steigende Lebensmittelpreise und staatliche Subventionen.
Besonders die Nutzung von Ackerland für Solar- oder Windprojekte hat erheblich zugenommen. Die Umwandlung von Ackerland in Solarparks kann deutlich höhere Pachteinnahmen (ca. 3.500 -- 5.500 Euro pro Hektar und Jahr) generieren als traditionelle landwirtschaftliche Nutzungen.
Wird die Pacht jährlich oder monatlich ausgezahlt?
In der Regel wird der Pächter verpflichtet, den Pachtzins monatlich zu bezahlen. Es ist jedoch auch möglich, dass Verpächter den Pachtzins vierteljährlich verlangen. Im Gegensatz zum Mietrecht darf der Pachtzins während der Pachtzeit jedoch nicht erhöht werden, es sei denn, es sind im Pachtvertrag andere Regelungen getroffen.
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