Solarpark Pachtpreise Bayern: Regionale Übersicht 2026

Solarpark auf einer Freifläche in Bayern mit Alpenblick und Photovoltaik-Modulen

Bayern gehört zu den attraktivsten Bundesländern für die Errichtung von Solarparks. Die hohe Sonneneinstrahlung, zahlreiche als benachteiligt eingestufte Gebiete und große landwirtschaftliche Flächen machen den Freistaat zu einem Hotspot für Freiflächen-Photovoltaik. Für Grundeigentümer in Bayern bedeutet das: Überdurchschnittliche Pachtpreise für die Verpachtung ihrer Flächen an Solarparkbetreiber.

In diesem Artikel erfahren Sie, welche Pachtpreise in Bayern realistisch sind, welche Regionen besonders attraktiv sind und welche Faktoren den Pachtzins beeinflussen.

Warum ist Bayern besonders attraktiv für Solarparks?

Bayern vereint mehrere Standortvorteile, die den Freistaat zu einem der wichtigsten Märkte für Freiflächen-Photovoltaik in Deutschland machen:

Hohe Sonneneinstrahlung

Bayern zählt zu den sonnenreichsten Regionen Deutschlands. Die jährliche Globalstrahlung liegt in Südbayern bei über 1.200 Kilowattstunden pro Quadratmeter, in manchen Regionen Oberbayerns sogar darüber. Das bedeutet einen höheren Stromertrag und damit bessere Wirtschaftlichkeit für Solarparkbetreiber, was sich in höheren Pachtpreisen niederschlägt.

Benachteiligte Gebiete

Große Teile Bayerns sind als benachteiligte Gebiete eingestuft. Dies gilt insbesondere für Teile von Oberfranken, der Oberpfalz, Niederbayern und das Alpenvorland. Flächen in diesen Gebieten sind nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für die Teilnahme an Ausschreibungen berechtigt, was die Förderfähigkeit und damit die Wirtschaftlichkeit von Solarparks verbessert.

Große landwirtschaftliche Flächen

Mit rund 3,1 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche ist Bayern das Bundesland mit dem meisten Agrarland. Viele dieser Flächen eignen sich aufgrund ihrer Bodenqualität und Lage hervorragend für die Nutzung als Solarpark.

Gut zu wissen

Bayern hat im Jahr 2024 die bundesweite 10H-Regelung für Windkraft gelockert, setzt aber weiterhin stark auf den Ausbau der Photovoltaik. Die bayerische Landesregierung hat das Ziel ausgegeben, die Solarstrom-Kapazität bis 2030 deutlich zu steigern.

Typische Pachtpreise in Bayern

Die Pachtpreise für Solarparks in Bayern liegen in der Regel zwischen 3.500 und 5.000 Euro pro Hektar und Jahr. Damit liegt Bayern über dem bundesweiten Durchschnitt von 3.000 bis 4.000 Euro. Die genaue Höhe des Pachtzinses hängt von mehreren Faktoren ab.

Faktoren, die den Pachtpreis beeinflussen

Faktor Auswirkung auf Pachtpreis
Sonneneinstrahlung Höhere Strahlung = höherer Ertrag = höherer Pachtpreis
Bodenpunkte Niedrige Bodenpunkte = EEG-Förderfähigkeit = höherer Pachtpreis
Netzanschluss Geringe Entfernung zum Umspannwerk = niedrigere Kosten = höherer Pachtpreis
Flächengröße Größere Flächen (ab 5 ha) erzielen tendenziell bessere Preise
Benachteiligtes Gebiet Einstufung als benachteiligt = EEG-Berechtigung = höherer Pachtpreis

Bodenpunkte in Bayern

Die Bodenpunkte spielen eine entscheidende Rolle für die EEG-Förderfähigkeit. Flächen mit niedrigen Bodenwerten sind für die Nahrungsmittelproduktion weniger geeignet und werden daher vom Gesetzgeber bevorzugt für die Photovoltaik-Nutzung zugelassen.

In Bayern variieren die Bodenpunkte regional stark:

  • Oberfranken und Oberpfalz: Häufig niedrige Bodenpunkte (20 bis 40), ideal für EEG-geförderte Solarparks
  • Niederbayern (Hügelland): Mittlere Bodenpunkte (30 bis 50), teilweise förderfähig
  • Schwaben und Oberbayern: Teilweise sehr gute Böden (60 bis 80), hier sind höhere Schwellenwerte zu beachten
  • Gäuboden (Straubing-Bogen): Sehr hohe Bodenpunkte, für klassische PV-Pacht weniger geeignet

Regionale Pachtpreise im Detail

Oberfranken

Oberfranken gehört zu den attraktivsten Regionen für Solarparks in Bayern. Viele Flächen liegen in benachteiligten Gebieten und haben niedrige Bodenpunkte. Die Pachtpreise liegen hier typischerweise bei 3.500 bis 4.500 Euro pro Hektar und Jahr.

Oberpfalz

Ähnlich wie Oberfranken bietet die Oberpfalz viele förderfähige Flächen mit niedrigen Bodenpunkten. Die Region profitiert zusätzlich von einer guten Netzinfrastruktur. Pachtpreise: 3.500 bis 4.500 Euro pro Hektar und Jahr.

Mittelfranken

Mittelfranken liegt zentral und verfügt über eine gute Infrastruktur. Die Bodenpunkte sind gemischt, sodass die Förderfähigkeit im Einzelfall geprüft werden muss. Pachtpreise: 3.000 bis 4.500 Euro pro Hektar und Jahr.

Niederbayern

Niederbayern bietet große zusammenhängende Flächen, allerdings mit teilweise hohen Bodenpunkten im Gäuboden. In den Hügellandschaften sind die Bodenpunkte niedriger und die Flächen besser für Solarparks geeignet. Pachtpreise: 3.000 bis 4.500 Euro pro Hektar und Jahr.

Schwaben und Oberbayern

In Schwaben und Oberbayern ist die Sonneneinstrahlung am höchsten, allerdings sind die Bodenpreise und Bodenpunkte ebenfalls hoch. Flächen entlang von Autobahnen und Bahnstrecken sind hier besonders interessant, da sie unabhängig von der Bodenqualität EEG-förderfähig sein können. Pachtpreise: 3.500 bis 5.000 Euro pro Hektar und Jahr.

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EEG-Förderfähigkeit in Bayern

Die EEG-Förderfähigkeit ist ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit eines Solarparks und damit für den erzielbaren Pachtpreis. In Bayern gibt es mehrere Wege zur EEG-Berechtigung:

  1. Benachteiligte Gebiete: Bayern hat diese Regelung für die Nutzung von Photovoltaik freigegeben. Viele Gemeinden in Oberfranken, der Oberpfalz und in Teilen Niederbayerns sind als benachteiligt eingestuft.

  2. Seitenrandstreifen: Flächen im 200-Meter-Korridor entlang von Autobahnen und Bahnstrecken sind unabhängig von den Bodenpunkten EEG-förderfähig.

  3. Konversionsflächen: Ehemalige militärische oder gewerbliche Flächen, die für eine neue Nutzung umgewidmet werden, sind ebenfalls förderfähig.

Gut zu wissen

Ob Ihre Fläche in Bayern als benachteiligtes Gebiet eingestuft ist, können Sie bei Ihrer Gemeindeverwaltung oder dem zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) erfragen. Auch unser Pachtrechner berücksichtigt diesen Faktor bei der Berechnung.

Tipps für Flächeneigentümer in Bayern

  1. Mehrere Angebote einholen: Vergleichen Sie die Pachtangebote verschiedener Projektentwickler und Investoren, um den besten Preis zu erzielen.
  2. EEG-Förderfähigkeit prüfen: Klären Sie vorab, ob Ihre Fläche in einem benachteiligten Gebiet liegt oder andere EEG-Kriterien erfüllt.
  3. Netzanschluss prüfen: Die Entfernung zum nächsten Umspannwerk beeinflusst den Pachtpreis erheblich. Je näher, desto besser.
  4. Vertrag prüfen lassen: Lassen Sie den Pachtvertrag von einem spezialisierten Anwalt prüfen, bevor Sie unterschreiben.

Fazit: Bayern bietet attraktive Pachtpreise

Bayern gehört zu den Top-Standorten für Solarparks in Deutschland. Die Kombination aus hoher Sonneneinstrahlung, vielen benachteiligten Gebieten und einer wachsenden Nachfrage nach erneuerbaren Energien sorgt für attraktive Pachtpreise. Grundeigentümer in Bayern können mit Pachteinnahmen von 3.500 bis 5.000 Euro pro Hektar und Jahr rechnen.

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