Brandenburg ist einer der wichtigsten Standorte für Freiflächen-Photovoltaik in Deutschland. Das Bundesland rund um Berlin vereint nahezu ideale Bedingungen: große verfügbare Flächen, niedrige Bodenpunkte, viele als benachteiligt eingestufte Gebiete und die Nähe zum Berliner Stromnetz. Für Grundeigentümer in Brandenburg sind die Aussichten auf attraktive Pachteinnahmen aus Solarparks daher besonders gut.
In diesem Artikel erfahren Sie, welche Pachtpreise in Brandenburg realistisch sind, welche Regionen besonders gefragt sind und warum das Bundesland bei Projektentwicklern so beliebt ist.
Warum ist Brandenburg ein Hotspot für Solarparks?
Brandenburg liegt im bundesweiten Vergleich bei der installierten Photovoltaikleistung auf Freiflächen bereits seit Jahren auf einem der vorderen Plätze. Dafür gibt es mehrere Gründe:
Niedrige Bodenpunkte
Große Teile Brandenburgs haben sandige Böden mit niedrigen Bodenpunkten. Insbesondere in der Uckermark, dem Fläming, der Lausitz und der Prignitz liegen die Bodenwerte häufig unter 30. Diese Flächen sind für die landwirtschaftliche Nutzung weniger ergiebig, erfüllen aber die Voraussetzungen für die EEG-Förderfähigkeit und erzielen als Solarstandort deutlich höhere Einnahmen als durch klassische Landwirtschaft.
Viele benachteiligte Gebiete
Zahlreiche Gemeinden in Brandenburg sind als benachteiligte Gebiete eingestuft. Das macht Flächen in diesen Regionen für die Teilnahme an EEG-Ausschreibungen berechtigt und erhöht die Wirtschaftlichkeit von Solarparks.
Nähe zum Berliner Stromnetz
Berlin ist ein großer Stromverbraucher mit einem gut ausgebauten Übertragungsnetz. Die Brandenburger Flächen im Berliner Umland profitieren von kurzen Entfernungen zu leistungsfähigen Umspannwerken und Netzverknüpfungspunkten. Das reduziert die Netzanschlusskosten erheblich.
Große verfügbare Flächen
Mit rund 1,3 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche und einer geringen Bevölkerungsdichte bietet Brandenburg viel Raum für Großprojekte. Zusammenhängende Flächen von 20, 50 oder sogar 100 Hektar sind hier keine Seltenheit.
Gut zu wissen
Brandenburg hat eine Regelung zur kommunalen Beteiligung an Solarparks eingeführt. Projektentwickler können Gemeinden eine jährliche Zahlung von 0,2 Cent pro Kilowattstunde anbieten. Diese Beteiligung fördert die Akzeptanz vor Ort und beschleunigt Genehmigungsverfahren.
Typische Pachtpreise in Brandenburg
Die Pachtpreise für Solarparks in Brandenburg liegen typischerweise zwischen 3.000 und 4.500 Euro pro Hektar und Jahr. Die Preise haben sich in den letzten Jahren nach oben entwickelt, angetrieben durch die steigende Nachfrage und den wachsenden Wettbewerb unter Projektentwicklern.
| Preisbereich | Voraussetzungen |
|---|---|
| 3.000 – 3.500 €/ha/Jahr | Durchschnittliche Lage, mittlere Bodenpunkte, größere Entfernung zum Netzanschluss |
| 3.500 – 4.000 €/ha/Jahr | Gute Lage, niedrige Bodenpunkte, solider Netzanschluss, EEG-förderfähig |
| 4.000 – 4.500 €/ha/Jahr | Sehr gute Lage, Nähe zu Umspannwerk, große zusammenhängende Fläche, Berliner Umland |
Regionale Pachtpreise im Detail
Uckermark
Die Uckermark im Nordosten Brandenburgs ist eine der gefragtesten Regionen für Solarparks. Große zusammenhängende Flächen mit niedrigen Bodenpunkten und eine gute Netzinfrastruktur durch den bestehenden Windkraftausbau machen die Region attraktiv. Pachtpreise: 3.500 bis 4.500 Euro pro Hektar und Jahr.
Lausitz
Die Lausitz durchlebt einen Strukturwandel durch den Braunkohleausstieg. Ehemalige Tagebauflächen und landwirtschaftliche Flächen mit sandigen Böden bieten ein enormes Potenzial für Solarparks. Die Konversionsflächen in der Lausitz sind EEG-förderfähig. Pachtpreise: 3.000 bis 4.500 Euro pro Hektar und Jahr.
Fläming
Der Fläming südlich von Berlin bietet Flächen mit niedrigen bis mittleren Bodenpunkten. Die Nähe zu Berlin und den dortigen Netzverknüpfungspunkten ist ein großer Vorteil. Pachtpreise: 3.500 bis 4.500 Euro pro Hektar und Jahr.
Prignitz und Ostprignitz-Ruppin
Die Prignitz im Nordwesten Brandenburgs ist dünn besiedelt und bietet große Flächen. Die Bodenpunkte sind überwiegend niedrig. Die Region hat in den letzten Jahren einen starken Zuwachs an Solarparks erlebt. Pachtpreise: 3.000 bis 4.000 Euro pro Hektar und Jahr.
Berliner Umland (Barnim, Oberhavel, Dahme-Spreewald)
Das unmittelbare Berliner Umland profitiert von der Nähe zum hauptstädtischen Stromnetz und der exzellenten Infrastruktur. Allerdings ist die Flächenverfügbarkeit eingeschränkter und die Konkurrenz um Flächen hoch. Pachtpreise: 3.500 bis 4.500 Euro pro Hektar und Jahr.
Oderbruch und Märkisch-Oderland
Das Oderbruch östlich von Berlin bietet flache, landwirtschaftlich geprägte Flächen. Die Bodenpunkte variieren, in den Randlagen sind sie oft niedrig. Die Grenzlage zu Polen spielt für Solarparks keine nachteilige Rolle. Pachtpreise: 3.000 bis 4.000 Euro pro Hektar und Jahr.
EEG-Förderfähigkeit in Brandenburg
Brandenburg profitiert von einer besonders günstigen Ausgangslage für die EEG-Förderfähigkeit:
- Benachteiligte Gebiete: Ein großer Teil der Brandenburger Gemeinden ist als benachteiligtes Gebiet eingestuft
- Niedrige Bodenpunkte: Weite Teile des Landes haben Bodenwerte unter dem kritischen Schwellenwert
- Seitenrandstreifen: Flächen entlang von Autobahnen und Bahnstrecken im 200-Meter-Korridor (A10, A13, A15 und zahlreiche Bahnstrecken)
- Konversionsflächen: Ehemalige Militärflächen und Tagebaugebiete in der Lausitz
Strukturwandel in der Lausitz
Der Kohleausstieg in der Lausitz schafft besondere Chancen für die Photovoltaik. Die Bundesregierung fördert den Strukturwandel aktiv, und Solarparks auf ehemaligen Tagebauflächen sind ein wichtiger Baustein der regionalen Energiewende. Diese Konversionsflächen erhalten eine bevorzugte EEG-Förderung.
Gut zu wissen
Brandenburg ist Vorreiter bei der kommunalen Beteiligung: Das Brandenburgische Beteiligungs- und Akzeptanzgesetz ermöglicht es Gemeinden, finanziell am Ertrag von Solarparks teilzuhaben. Das fördert die lokale Akzeptanz und kann Genehmigungsverfahren beschleunigen.
Tipps für Flächeneigentümer in Brandenburg
- Mehrere Projektentwickler ansprechen: Die Nachfrage nach Flächen in Brandenburg ist hoch. Vergleichen Sie mindestens drei Angebote von verschiedenen Projektentwicklern und Investoren.
- Bodenpunkte kennen: Ermitteln Sie die Bodenpunkte Ihrer Fläche. In Brandenburg sind viele Flächen aufgrund niedriger Bodenwerte automatisch EEG-förderfähig.
- Nachbarflächen einbeziehen: Große zusammenhängende Flächen erzielen bessere Pachtpreise. Sprechen Sie mit Nachbarn über eine gemeinsame Verpachtung.
- Pachtvertrag prüfen lassen: Gerade bei den langen Vertragslaufzeiten von 20 bis 30 Jahren ist eine anwaltliche Prüfung des Pachtvertrags unerlässlich.
- Kommunale Beteiligung beachten: Informieren Sie sich über die Möglichkeiten der kommunalen Beteiligung, die in Brandenburg gesetzlich geregelt ist.
Fazit: Brandenburg als Top-Standort für Solarparks
Brandenburg gehört zu den attraktivsten Standorten für Freiflächen-Photovoltaik in Deutschland. Die Kombination aus niedrigen Bodenpunkten, vielen benachteiligten Gebieten, großen verfügbaren Flächen und der Nähe zum Berliner Stromnetz macht das Bundesland zum Hotspot für Solarparkentwickler. Grundeigentümer können mit Pachtpreisen von 3.000 bis 4.500 Euro pro Hektar und Jahr rechnen.
Möchten Sie den Pachtpreis für Ihre Fläche in Brandenburg ermitteln? Nutzen Sie unseren kostenlosen Pachtrechner und erhalten Sie in nur 3 Minuten eine individuelle Einschätzung.



